Dieter Duhm spricht über TERRA NOVA

Dieter Duhm, Mitgründer von Tamera, über sein neues Buch, die Situation der Menschheit und einen Weg zum inneren und äußeren Frieden.

Buchrezensionen Dieter Duhm

Angst im Kapitalismus (1972)

öffnet die Augen für das Kranke an unserer Normalität

Ich habe dieses Buch 2013 zu einem Zeitpunkt gelesen, als ich längst verstanden hatte, daß der Kapitalismus ein völlig ungeeignetes System ist um friedlich zusammen zu leben.
Umso mehr war ich erstaunt, wie normal mir trotzdem vieles, mit dem ich ganz selbstverständlich aufgewachsen bin, vorkam (und immer noch vorkommt), was völlig der Natur des Menschen widerspricht.
Ich bin 1979 geboren und in einer Generation aufgewachsen, in welcher der Kapitalismus (zumindest in der westlichen Welt) als Grundprinzip des menschlichen Zusammenlebens nicht mehr in Frage gestellt wird, schon gar nicht in der Schule (mehr über die Auswirkung des Kapitalismus auf das Schul- und Erziehungssystem im Buch).
Gleichzeitig hat mich die Lektüre immer wieder persönlich sehr betroffen, zum Beispiel als ich verstanden habe, wie ständig eine äußere, bewertende Instanz ein Auge auf mich hat, solange bis ich mich (wie fast alle meiner Leidensgenossen) aus Angst vor dieser Übermacht selbst unterdrückt und mich in den engen Käfig einer systemfähigen Moral gezwängt habe. Die Ablösung der äußeren Gewalt durch Gewalt im Inneren.
Ich halte dieses kleine Buch für eine wichtige Grundlage zum Verständnis der Weltsituation ebenso wie zum Verständnis des Lebenswerkes von Dieter Duhm.

Der unerlöste Eros (1991)

Beendigung des Geschlechterkampfs

Dieses Buch war das erste von Dieter Duhm, das ich gelesen habe.
Ich habe dadurch verstanden, warum meine Liebesbeziehungen nicht so erfüllend waren wie ich es mir wünsche.
Dieter Duhm nutzt hier seine scharfe Beobachtungsgabe und seinen klaren Verstand, um das Thema Nr. 1 auseinander zu nehmen und anschließend wieder so zusammen zu setzen, dass sich eine echte Perspektive ergibt, die viel größer und viel anziehender ist als jede romantische Verklärung. Dabei ist jederzeit zu spüren, dass es dem Autor um die Beendigung des Geschlechterkampfes geht und nicht wie in vielen Büchern und Seminaren zu dem Thema darum, die jeweilige Zielgruppe besser für den Kampf zu wappnen.
Mittlerweile habe ich im Kontakt mit Frauen ein ganz anderes Selbstverständnis und viel mehr Mut, zu mir zu stehen. Dieses Buch war der Anfang auf dieser Reise.
Ich bin Dieter Duhm zutiefst dankbar für alles, was er durch sein Werk in meinem Leben ermöglicht.

Terra Nova – Globale Revolution und Heilung der Liebe (2014)

Die einzige realistische Friedensutopie, die ich kenne

Das Besondere an diesem Buch ist, dass es einen Weg vorzeichnet, wie sowohl im Menschen als auch auf unserem Planeten ein tiefer Frieden entstehen kann, ohne dabei die Augen vor den derzeitigen Realitäten zu verschließen.
Ich habe bereits „Angst im Kapitalismus“, „der unerlöste Eros“ und „die heilige Matrix“ von Dieter Duhm gelesen und war zweimal in Tamera. Sein Lebenswerk hat mir in vielen Bereichen die Augen geöffnet, mich in der Verzweiflung (zB über den Verlauf meiner Liebesbeziehungen oder die fehlende Perspektive unserer Zivilisation) abgeholt und mir sinnvolle Handlungsmöglichkeiten eröffnet, die ich davor nicht gesehen habe.
Immer wieder stimmten seine Worte mit meinem Erleben überein.
Dieses Buch ist in meinen Augen so eine Art Kurzanleitung und wird ohne Vorkenntnisse sehr wahrscheinlich zu Irritationen und Unverständnis führen.
Wer sein Werk in der Tiefe verstehen will dem sei geraten, seine früheren Bücher zu lesen oder sich aus der umfangreichen Literaturliste am Ende des Buches zu bedienen.
Oder – das ist vielleicht die spannendere Variante – die Aussagen im Selbstversuch zu überprüfen.

Ich & unser Wirtschaftssystem

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Ich war bei der Diskussion mit dem Thema „Weniger ist MEHRWert – grünes Wachstum ohne Grenzen?“, das von der GLS-Bank und meinem Auftraggeber Green City Energy ausgerichtet wurde.
Mich beschäftigt dieses Thema und die Diskussion hat mich angeregt, meine diesbezüglichen Gedanken aufzuschreiben und zur Verfügung zu stellen.

Ich habe mich selbst mit den Themen beschäftigt und bin dabei zu folgenden Erkenntnissen und Prognosen gekommen:
– Der Kapitalismus wie wir ihn derzeit vorfinden dient der Konzentration von Besitztümern und mündet zwangsläufig darin, dass wenige fast alles besitzen
– Durch die Kreditfinanzierung und die ständig steigenden Zinsen und Zinseszinsen ist der Kapitalismus abhängig von Wirtschaftswachstum, zumindest aber von einer stetig steigenden Geldmenge. Ist dies nicht mehr gewährleistet, droht der Zusammenbruch des Systems. Das erleben wir gerade.
– Diese Mechanismen können nicht aufgehalten werden, ohne den Kapitalismus abzuschaffen oder ihn so von Grund auf zu ändern, dass es einer Abschaffung gleich kommt. Trotz vereinzelter Ansätze ist für mich derzeit keineswegs erkennbar, dass es politische oder wirtschaftliche Akteure gibt oder geben wird, die das leisten können und wollen. Die wenigen Profiteure des Systems nutzen ihre Macht, um den Aufbau nachhaltigerer und lebensdienlicherer Strukturen zu behindern.
– Die Regierungen der europäischen und nordamerikanischen Länder sind so mit dem kapitalistischen System verflochten, dass Initiativen, sich ausserhalb dieses Systems zu bewegen, von den Regierungen nicht zu erwarten sind.
– Der globalisierte Kapitalismus löst weltweit einen beträchtlichen Teil des vermeidbaren Leids aus und führt zu Kriegen und Investitionen in Militär.
– Die Epoche des globalisierten Kapitalismus hatte einen Anfang und hat (wie alle Epochen) ein Ende, wie auch immer das aussehen mag.
– Der globalisierte Kapitalismus und das damit verbundene Finanz- und Währungssystem erhält seine Macht ausschliesslich durch die Vielzahl an Menschen, die an dem System beteiligt sind,  und deren Wertschöpfung.

Das ist mein Bild. Ich will damit niemanden (und am wenigsten mich selbst) demotivieren. Ich will dazu aufrufen, die Hoffnung aufzugeben, dass irgendjemand die Megamaschine (Zitat von Gandalf Lipinski) in den Griff bekommen wird oder den Kapitalismus in ein grünes, nachhaltiges und faires System verwandeln wird. Das kann nicht funktionieren, weil die DNA des Kapitalismus eine völlig andere ist. Versuchen Sie mal, mit einem Hammer Blumen zu gießen. Deshalb ist nicht jedes Agieren innerhalb des Systems nutzlos, es macht aber in vielen Fällen Sinn, meine Energie aus dem bestehenden System abzuziehen und etwas neues zu entwickeln.

Was kann ich also tun?
Bei mir selbst bleiben. Nicht versuchen, die Welt oder meinen Mitmenschen zu verbessern, sondern einen klaren Blick auf die Dinge gewinnen, Entscheidungen treffen, mit denen ich mein Leben und Handeln zu einer Aussage über mich selbst mache und diese Entscheidungen umsetzen. Einfachheit hilft mir hier viel besser als konzeptionelles Denken.

Ich habe vor einiger Zeit einen Hintergrundbericht über Facebook gelesen. Mir war sofort danach klar, dass ich kein Teil davon sein will. Einige Tage später habe ich mein Profil gelöscht.
Mir ist völlig klar, dass ich kein Teil des globalisierten Kapitalismus und dem damit verbundenen Finanz- und Währungssystem sein will. Es gilt für mich, das umzusetzen. Herauszufinden, ob und wie das möglich ist, auch wenn ich seit 31 Jahren höre, dass es nicht möglich ist und dass es außerdem Geld braucht um überhaupt etwas zu bewegen. Was würde Jesus dazu sagen? Was würde Mahatma Gandhi dazu sagen?
Schon bevor ich die Mechanismen des Systems verstanden habe, hat mich die Idee angezogen, Geld keinen Wert mehr beizumessen. Ich sehe darin großes Potential für meine innere Freiheit. Das Ansammeln von Besitztümern begann in meinem Leben nach einem gravierenden Vertrauensverlust in meine Mitmenschen.
Es gilt, meine Ängste diesbezüglich als das zu erkennen, was sie sind. Illusionen, Hirngespinste und Stimmen einer wahnsinnigen Normalität. Es gilt, eine Entscheidung zu revidieren, die ich nie bewusst getroffen habe (Teil der Megamaschine zu sein), die aber maßgeblich in meinem Leben wirkt und die mich immer mehr zerreißt, je bewusster ich wahrnehme, was passiert.

Ich strebe inneren Frieden an. Deshalb faszinieren mich Menschen wie Jesus und Mahatma Gandhi. Sie haben (zumindest in dem Bild, dass ich von ihnen habe), einen inneren Frieden erreicht, der mich anzieht. Ihr Leuchten motiviert mich.
Ich werde manchmal sehr wütend, wenn ich mir die Auswirkungen der Megamaschine bewusst mache. Ich habe herausgefunden, dass diese Wut daraus resultiert, dass ich Teil der Maschine bin. Ich denke, diese Wut wird Traurigkeit und Tatendrang weichen, sobald ich das behoben habe. Traurigkeit stört – im Gegensatz zur Wut – meinen inneren Frieden nicht. Auf Facebook bin ich nicht mehr wütend.

Die Epoche des globalen Kapitalismus neigt sich dem Ende entgegen. Das ist für mich erstmal eine frohe Botschaft und ich sehe darin eine große Chance zur Weiterentwicklung unseres Zusammenlebens. Es gibt dabei allerdings eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass es zu Gewaltexzessen kommt und die Leute sich gewaltbereiten Menschen und den entsprechenden Konzepten anschließen. Inwieweit wir die Chance nutzen können wird davon abhängen, wie viele Menschen die Chance erkennen und in der Unordnung beginnen, kreativ zu gestalten, und wie viele Menschen sich als Opfer der Entwicklungen sehen und aus Angst vor Verlust und Veränderung nach allem und jedem greifen, was oder wer Sicherheit verspricht.

Links/Quellen/Inspirationen:
„Gespräche mit Gott“ von Neil Donald Walsh
„Jetzt“ von Eckhart Tolle
http://www.greencity-energy.de/news/49-green-city-energy-news/948-veranstaltungen-green-city-energy.html
http://www.hintergrund.de (von dort stammen viele meiner Informationen)
http://www.hintergrund.de/201107071639/hintergrund/medien/die-facebook-falle.html
http://www.hintergrund.de/201107121646/wirtschaft/welt/die-oekologischen-grenzen-des-kapitals.html
http://www.youtube.com/watch?v=BNbwppRWCQY (englischer Ausschnitt aus dem Film „Gandhi“, indem er den englischen Besatzern erklärt, wie er sie durch „Nicht-Kooperation“ gewaltfrei zum Verlassen Indiens bewegen will)

Rede des Bundespräsidenten

31.12.2008

In seiner Rede würdigte der deutsche Bundespräsident die vielfältigen und tief greifenden Veränderungen der letzten beiden Jahre:

„Nach den derzeitigen Prognosen wird Deutschland bereits Ende 2012 eine ausgeglichene CO2 -Bilanz aufweisen. Die deutsche Politik hat sich in einem beispiellosen Kraftakt aus den Knebeln von Wirtschaftsinteressen und eigenen wirtschaftlichen Interessen befreit und dient heute mehr denn je einzig und alleine dem Volk. Die gesunkene Abhängigkeit von Energieimporten aus dem Ausland und von Wirtschaftsinteressen allgemein gibt uns heute die Möglichkeit, nach innen und außen überzeugend und kraftvoll für die Werte des deutschen Volkes Stellung zu beziehen. Nie zuvor hat sich eine deutsche Regierung in dem Maße für Grundrechte eingesetzt.

Es berührt mich besonders, wie wir Politiker dabei durch Sie, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, unterstützt werden. Der Haushaltsplan sieht für nächstes Jahr fünfzig Milliarden Euro für die Verbesserung der Lebensverhältnisse in Dritte-Welt-Ländern vor. Fast täglich empfangen wir Delegationen aus allen Kontinenten, die verstehen wollen, wie wir das alles in so kurzer Zeit erreichen konnten. Viele unserer Projekte und Konzepte werden überall in der Welt kopiert. Wenn mir vor zwei Jahren jemand gesagt hätte, dass wir Politiker heute solche Freiheiten haben und uns auf den Marktplätzen sogar noch schallender Applaus entgegengebracht wird, ich hätte es für eine Utopie eines Träumers gehalten.

Wir konnten das alles nur durch die Bündelung aller Kräfte erreichen. In Chefetagen von globalen Wirtschaftsunternehmen waren Umweltbeauftragte und Arbeitervertreter plötzlich die gefragtesten Ansprechpartner. Bisherige Konkurrenten haben sich mit ihrer geballten Kompetenz und Schaffenskraft zusammen geschlossen, um möglichst effektiv den Menschen zu helfen, die es am Nötigsten haben. Auf Aktionärsversammlungen wurden Strategien beschlossen, von denen offensichtlich viele profitieren würden, nur nicht die Aktionäre selbst.
Politiker im ganzen Land haben in verstaubten Schubladen nach den Gründen gesucht, warum sie sich vor langer Zeit für diese Aufgabe entschieden haben.
Im Sozialwesen und in der Bildung können wir uns kaum retten vor innovativen Ideen und Konzepten. Endlich gibt es wieder Krankenschwestern, die Zeit für ihre Patienten haben. Und es ist wieder Land in Sicht. Mit den jetzt zur Verfügung stehenden Mitteln wird es uns gelingen, die Reformation beider Systeme zu Ende zu bringen. Millionen von Kindern, kranken und alten Menschen fühlen sich wieder in unserem Land zu Hause.
Und Sie, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, haben gerne auf vieles verzichtet, wovon wir lange Zeit meinten, wir können nicht darauf verzichten. Der DAX interessiert uns plötzlich viel weniger als Statistiken über die Klimaerwärmung, die Zahl der Waisenkinder oder die jährliche Zahl an Hungertoten weltweit.
Es ist so, als hätten wir uns alle eine zweite Chance gegeben.

Vor zwei Jahren hatten drei Viertel der deutschen Bevölkerung nicht das Gefühl, wirklich am politischen Geschehen teilzuhaben. Wir hatten sozusagen die Demokratie emotional abgeschafft. Heute sind es nur noch zehn Prozent, die eine solche Aussage unterzeichnen würden.

Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie stolz ich bin, Teil dieser Entwicklung zu sein. Was wir bis heute geschafft haben und uns für die nächsten Jahre vorgenommen haben ist die größte Herausforderung, vor der dieses Volk jemals gestanden hat. Wir werden auch weiterhin alle Kräfte, die dieses Land zu mobilisieren hat, brauchen, um unsere Vision von einer solidarischen und nachhaltig wirtschaftenden Völkergemeinschaft wahr zu machen.

(erfunden im Dezember 2007)

Das neue Reich Gottes

Das Buch „Die geheime Botschaft von Jesus“ verändert gerade mein Leben:

Wenn Jesus vom „neuen Reich Gottes“ spricht, meint er damit nicht das, was nach dem Tod passiert. Das „neue Reich Gottes“ hat mit seiner Ankunft auf der Erde begonnen und jeder kann heute Teil dieses neuen Reiches sein, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion und ideologischer Gesinnung.

Jesus ist für mich schon länger ein Vorbild und seit einiger Zeit frage ich mich in verschiedensten Situationen, was er wohl an meiner Stelle getan hätte. Doch jetzt fühlt sich das anders an. Zumindest unterbewusst bin ich immer davon ausgegangen, dass es dieses „neue Reich Gottes“ zu erreichen gilt. Schliesslich kann doch diese Welt mit all ihren Verwirrungen und Grausamkeiten nichts damit zu tun haben, was ich mir unter einem „Reich Gottes“ vorstellen kann.

Diese neue Sichtweise hat die Macht, meinen Alltag zu revolutionieren. Dass ich und jeder Mensch auf diesem Planeten in jedem Moment Teil dieses „neuen Reichs Gottes“ sein kann, erfüllt mich mit Würde und Demut. Es gibt den Dingen, die passieren, vor allem meinen Beziehungen, eine neue Dimension und großen Wert.

Mahatma Gandhi sagte: Du musst die Veränderung sein, die Du in der Welt zu sehen wünscht.

Ich bin kein Bibelforscher und kann mir deshalb kein Urteil erlauben, wie gut diese Lehre wissenschaftlich in der Historie verankert ist. Aber ich spüre, dass diese Auslegung der frohen Botschaft für mich die lebendigste und abenteuerlichste ist. Gerade die Deutung von Jesus als politischem Akteur finde ich spannend. Und ich habe sie bisher sehr vermisst.

Ich danke Brian D. McLaren für seine wertvollen Erkenntnisse.