Selma & zurück aus Tamera

Danke, Tamera für die Inspiration und den intimen Einblick in eure einzigartige Gemeinschaft und Arbeit!

Ich bin noch dabei, meine Erfahrungen und Erkenntnisse nieder zu schreiben. Bitte melde Dich bei mir wenn Du mehr wissen willst.

Selma zeigt ein wunderbares Beispiel für resoluten gewaltfreien Widerstand.

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Kommentar zum Scheitern der Münchner Koalitionsgespräche SPD – Grüne – ÖDP

Meldung im Original

Christoph Dold, Sonntag, den 11. Mai 2014:


Die Stadt München ist Eigentümer der SWM, einer der größten Energieversorger Deutschlands. Zwei Jahrzehnte rot-grüne Koalition sind eine wunderbare Möglichkeit, zu demonstrieren, wie eine nachhaltige Energieversorgung ökonomisch und ökologisch funktioniert. Damit könnte man die Argumente derer widerlegen, die die Scheindebatte um die technische Machbarkeit der Energiewende und deren Kosten befeuern und bewusst oder unbewusst im Dienst derer stehen, die mit Hilfe einer zentralen Energieversorgung und Monopol-Strukturen die Bürger bestehlen.
Und da fällt den Münchner Grünen jetzt ein, dass man mal eine Studie machen könnte? Nachdem unter rot-grün die Kohle-Verstromung in München nie gekannte Höhen erreicht hat?
Mein Antrag ist eine Umbenennung der Grünen in „die Farblosen“, um Verwirrung zu verhindern. Es gibt bestimmt noch viele Menschen, die die Grünen aufgrund ihres Namens und der Entstehungsgeschichte mit nachhaltiger Politik im Dienste des Menschen und der Natur verbinden. Ein solcher Wählerauftrag entspräche nicht mehr der Realität der „grünen“ Entscheidungen.
Christoph Dold

Bürgerwelle JHV 2013

Die Jahreshauptversammlung 2013 genehmigt die Haushalte 2011 & 2012 und entlastet den Vorstand. Auch wenn die Beschlussfähigkeit der JHV fraglich ist sagt es viel über die anwesenden Mitglieder und den Zustand des Vereins aus, wenn die katastrophale Geschäftsführung von Siegfried Zwerenz, der den Verein nicht nur in die roten Zahlen, sondern in wichtigen Bereichen in die Wirkungslosigkeit geführt hat, deutliche Zustimmung findet.

Ich habe selbst durch jahrelange Selbstbeobachtung heraus gefunden, dass ich elektrosensibel bin und unter Einwirkung von Elektrosmog deutlich schlechter schlafe und sich körperliche Symptome (vor allem Nervosität) zeigen. In einer Stadtwohnung zu leben kommt für mich schon alleine aus diesem Grund nicht mehr in Frage. Schon vor vielen Jahren bin ich auf das Thema aufmerksam geworden und der Bürgerwelle beigetreten. Von den Machenschaften des Vorstands erfuhr ich erst, nachdem kritische Mitglieder, die eine Kurskorrektur forderten und denen die Kommunikation mit anderen Mitglidern von Herrn Zwerenz verwerhrt wurde, per Gericht die Mitgliederlisten erstritten hatten und eine eigene Darstellung an die Mitglieder sandten.

Die Liste der Vorwürfe gegen Herrn Zwerenz ist lang, ich nenne nur die gravierendsten:
– vielfältige Verstöße gegen das Vereinsrecht, welche die Rechtmässigkeit der Entscheidungen des Vorstands als auch die der Jahreshauptversammlungen der letzten Jahre angreift
– Wirkungslosigkeit in wichtigen Arbeitsfeldern, zB wurde wohl seit Jahren keine einzige Pressemitteilung mehr verschickt
– Verhinderung der Vernetzung von Mitgliedern und Bürgerinitiativen
– Vorteilsnahme durch Verknüpfung von geschäftlichen Interessen mit der Vorstandsarbeit
– zahlreiche unwahre Aussagen und die Initierung von Ausschlussverfahren gegen Mitglieder, die mit der Vorstandsarbeit nicht zufrieden sind

Unstrittig ist, dass ungefähr die Hälfte der Einnahmen der Bürgerwelle und damit ein größerer Betrag als die gesamten jährlichen Mitgliedsbeiträge für Lohn, Nebenkosten und Miete eines 92m² großen Büros im Privathaus Zwerenz an seine Frau bezahlt werden. Bisher verweigert Herr Zwerenz die Herausgabe des Arbeitsvertrags genauso wie den Vorstandsbeschluss zur Anstellung seiner Frau.

Ebenfalls unstrittig ist, dass die Bürgerwelle im Moment nur durch private Darlehen, zum großen Teil ebenfalls von Frau Zwerenz noch Geld auf dem Konto hat. Ein auf der JHV 2013 anwesender Fachanwalt für Vereinsrecht hat auf der Versammlung mehrfach darauf hingewiesen, dass die Bürgerwelle im derzeitigen Zustand nach seiner Einschätzung insolvent ist.

Auf der JHV 2013 ereignete sich unter Anderem folgendes:
– Die Finanzen des Vereins wurden zum Teil sehr unübersichtlich und fehlerbehaftet dargestellt. Eine Vermögensaufstellung und eine Übersicht über die Liquidität des Vereins fehlte komplett.
– Ein Herr berichtete, wie Herr Zwerenz ihm gegen seine Unterstützung bei einer früheren JHV eine zeitweise Freistellung vom Mitgliedsbeitrag angeboten hat. In der Kernaussage blieb dieser Bericht unangefochten.
– Die Versammlung war geprägt von vielerlei Vorwürfen sowohl der Unterstützer als auch der Kritiker des Vorstands. Es entstand der Eindruck, dass es nichts außer den zwei Fronten innerhalb der Bürgerwelle gibt. Dieser Eindruck wurde verschärft, indem Herr Zwerenz vor Abstimmungen wiederholt darauf hingewiesen hat, dass man eben je nach Zugehörigkeit zur einen oder anderen Front abstimmen soll.

Es ist traurig und verhängnisvoll, dass bei der Bürgerwelle alles beim alten bleibt. Ich habe selbst schon öfters Geschäftsführungen übernommen und frage mich wie niedrig die Erwartungen an einen Vorstand und an die Arbeit der Bürgerwelle bei der Mehrzahl der anwesenden Mitglieder sein müssen, um so ein Abstimmungsergebnis zu ermöglichen. Man mag in Betracht ziehen, dass die ständigen, zum Teil polemischen gegenseitigen Beschuldigungen und die vielen gegensätzlichen Aussagen in der Versammlung Verwirrung gestiftet haben. Ebenso hatten die Kritiker keinen Kandidaten und zwar klare Vorstellungen von der zukünftigen Arbeitsweise, diese sind allerdings in der Versammlung nicht oder nur unzureichend erläutert worden.

Selbst wenn die Beschlüsse nichtig wären, wie von dem oben genannten Fachanwalt für Vereinsrecht aufgrund mehrerer Verfahrensfehler behauptet, ist für mich die Bürgerwelle zunächst nicht mehr der Ansprechpartner wenn es um wirkungsvollen Widerstand gegen die boomende Verstrahlung des Lebensraums geht. Ich hoffe, dass diejenigen, die sich dankenswerterweise für die Aufklärung der Vorgänge und eine andere Bürgerwelle eingesetzt haben, schnell den Frust nach dieser bizarren Veranstaltung beiseite schieben und zumindest eine alternative Plattform zur Vernetzung gründen.

Die andere Seite

„Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind aufgrund ihrer desolaten Lebenssituation in der Bayernkaserne in Hungerstreik getreten. Wer die Situation der Jugendlichen kennt, kann gut verstehen, dass sie sich nun mit drastischen Mitteln Gehör verschaffen.
Die Jugendlichen, viele aus Afghanistan und Somalia, haben schon in ihrer Heimat heftige Gewalterfahrungen bis hin zu Lebensbedrohungen erlebt und eine schwere Flucht hinter sich. Oft waren sie längere Zeit noch in Ländern wie in Griechenland und Italien, wo Flüchtlingsschutz nicht existiert, wo sie weiter Gewalt ausgesetzt waren.“

Seit einiger Zeit beobachte ich die Situation von Menschen in München, die aus Ihrer Heimat geflohen sind, aus einer gewissen Distanz. Immer wieder erfahre ich, wie unwürdig diese Menschen in unserer reichen Stadt untergebracht und verpflegt werden und wie gering die Unterstützung ist, die sie von uns erfahren. Hinzu kommt, dass die miserablen Lebensbedingungen wohl kaum Beachtung finden.

Was bitte passiert denn hier, dass sich eine junge Frau oder ein junger Mann, die oder der endlich das rettende Ufer, die Weltstadt mit Herz, erreicht hat, zu einem Hungerstreik entschließt? Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese Menschen überzogene Erwartungen an ihre Lebenssituation in München haben.

An der Situation dieser Menschen wird für mich deutlich, was für ein gewaltiger Graben durch München verläuft. An ihr lässt sich bemessen, wie viel Herz die Weltstadt hat.

Ich male mir innerlich ein Bild von München. Die Isar ist ein tiefer schwarzer Graben, und es gibt zwei Seiten. Wenn ich schreibe, ich habe die Situation der Flüchtlinge aus einer gewissen Distanz betrachtet, dann meine ich damit „von der anderen Seite“. Daran ändern auch meine vordergründige Toleranz und meine Geldspenden nichts. In meinem Bild gibt es nur zwei Seiten und eine Entscheidung. Und für diese schäme ich mich. Ich habe eine Sehnsucht danach, mich mit denjenigen zu solidarisieren, die ohne Grund ausgegrenzt werden. Es geht mir darum, die Lebenssituation dieser Menschen zu verbessern und darum, das zu tun, was ich für angebracht halte. Es geht mir um einen Schritt raus aus dem Wahnsinn dieser Seite, der sich in diesem hässlichen Graben durch München widerspiegelt. Ich will ankommen in dieser Realität und aufhören, sie zu verdrängen.

Ich glaube auf einer tieferen Ebene (jenseits der materiellen) gibt es weder Gewinner noch Verlierer auf den beiden Seiten. Nur viel vermeidbares Leid beiderseits und die Illusion, dass diese Menschen und ihr Schicksal nichts mit meinem zu tun haben. Ich will herausfinden, wie das wirklich ist und das schaffe ich vermutlich nur, wenn ich mich näher an sie heran traue.

Pressemitteilung von Refugio

Edit (22.05.2012):

Hab mir gerade „Die Farbe des Ozeans“ im Kino angeschaut. Ich finde der Film stellt den beschriebenen Graben und das Leid auf beiden Seiten davon sehr schön dar. Hat mich sehr bewegt, obwohl der Film nie auf die Tränendrüse drückt. Das hat er aber auch nicht nötig…

Ich & unser Wirtschaftssystem

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Ich war bei der Diskussion mit dem Thema „Weniger ist MEHRWert – grünes Wachstum ohne Grenzen?“, das von der GLS-Bank und meinem Auftraggeber Green City Energy ausgerichtet wurde.
Mich beschäftigt dieses Thema und die Diskussion hat mich angeregt, meine diesbezüglichen Gedanken aufzuschreiben und zur Verfügung zu stellen.

Ich habe mich selbst mit den Themen beschäftigt und bin dabei zu folgenden Erkenntnissen und Prognosen gekommen:
– Der Kapitalismus wie wir ihn derzeit vorfinden dient der Konzentration von Besitztümern und mündet zwangsläufig darin, dass wenige fast alles besitzen
– Durch die Kreditfinanzierung und die ständig steigenden Zinsen und Zinseszinsen ist der Kapitalismus abhängig von Wirtschaftswachstum, zumindest aber von einer stetig steigenden Geldmenge. Ist dies nicht mehr gewährleistet, droht der Zusammenbruch des Systems. Das erleben wir gerade.
– Diese Mechanismen können nicht aufgehalten werden, ohne den Kapitalismus abzuschaffen oder ihn so von Grund auf zu ändern, dass es einer Abschaffung gleich kommt. Trotz vereinzelter Ansätze ist für mich derzeit keineswegs erkennbar, dass es politische oder wirtschaftliche Akteure gibt oder geben wird, die das leisten können und wollen. Die wenigen Profiteure des Systems nutzen ihre Macht, um den Aufbau nachhaltigerer und lebensdienlicherer Strukturen zu behindern.
– Die Regierungen der europäischen und nordamerikanischen Länder sind so mit dem kapitalistischen System verflochten, dass Initiativen, sich ausserhalb dieses Systems zu bewegen, von den Regierungen nicht zu erwarten sind.
– Der globalisierte Kapitalismus löst weltweit einen beträchtlichen Teil des vermeidbaren Leids aus und führt zu Kriegen und Investitionen in Militär.
– Die Epoche des globalisierten Kapitalismus hatte einen Anfang und hat (wie alle Epochen) ein Ende, wie auch immer das aussehen mag.
– Der globalisierte Kapitalismus und das damit verbundene Finanz- und Währungssystem erhält seine Macht ausschliesslich durch die Vielzahl an Menschen, die an dem System beteiligt sind,  und deren Wertschöpfung.

Das ist mein Bild. Ich will damit niemanden (und am wenigsten mich selbst) demotivieren. Ich will dazu aufrufen, die Hoffnung aufzugeben, dass irgendjemand die Megamaschine (Zitat von Gandalf Lipinski) in den Griff bekommen wird oder den Kapitalismus in ein grünes, nachhaltiges und faires System verwandeln wird. Das kann nicht funktionieren, weil die DNA des Kapitalismus eine völlig andere ist. Versuchen Sie mal, mit einem Hammer Blumen zu gießen. Deshalb ist nicht jedes Agieren innerhalb des Systems nutzlos, es macht aber in vielen Fällen Sinn, meine Energie aus dem bestehenden System abzuziehen und etwas neues zu entwickeln.

Was kann ich also tun?
Bei mir selbst bleiben. Nicht versuchen, die Welt oder meinen Mitmenschen zu verbessern, sondern einen klaren Blick auf die Dinge gewinnen, Entscheidungen treffen, mit denen ich mein Leben und Handeln zu einer Aussage über mich selbst mache und diese Entscheidungen umsetzen. Einfachheit hilft mir hier viel besser als konzeptionelles Denken.

Ich habe vor einiger Zeit einen Hintergrundbericht über Facebook gelesen. Mir war sofort danach klar, dass ich kein Teil davon sein will. Einige Tage später habe ich mein Profil gelöscht.
Mir ist völlig klar, dass ich kein Teil des globalisierten Kapitalismus und dem damit verbundenen Finanz- und Währungssystem sein will. Es gilt für mich, das umzusetzen. Herauszufinden, ob und wie das möglich ist, auch wenn ich seit 31 Jahren höre, dass es nicht möglich ist und dass es außerdem Geld braucht um überhaupt etwas zu bewegen. Was würde Jesus dazu sagen? Was würde Mahatma Gandhi dazu sagen?
Schon bevor ich die Mechanismen des Systems verstanden habe, hat mich die Idee angezogen, Geld keinen Wert mehr beizumessen. Ich sehe darin großes Potential für meine innere Freiheit. Das Ansammeln von Besitztümern begann in meinem Leben nach einem gravierenden Vertrauensverlust in meine Mitmenschen.
Es gilt, meine Ängste diesbezüglich als das zu erkennen, was sie sind. Illusionen, Hirngespinste und Stimmen einer wahnsinnigen Normalität. Es gilt, eine Entscheidung zu revidieren, die ich nie bewusst getroffen habe (Teil der Megamaschine zu sein), die aber maßgeblich in meinem Leben wirkt und die mich immer mehr zerreißt, je bewusster ich wahrnehme, was passiert.

Ich strebe inneren Frieden an. Deshalb faszinieren mich Menschen wie Jesus und Mahatma Gandhi. Sie haben (zumindest in dem Bild, dass ich von ihnen habe), einen inneren Frieden erreicht, der mich anzieht. Ihr Leuchten motiviert mich.
Ich werde manchmal sehr wütend, wenn ich mir die Auswirkungen der Megamaschine bewusst mache. Ich habe herausgefunden, dass diese Wut daraus resultiert, dass ich Teil der Maschine bin. Ich denke, diese Wut wird Traurigkeit und Tatendrang weichen, sobald ich das behoben habe. Traurigkeit stört – im Gegensatz zur Wut – meinen inneren Frieden nicht. Auf Facebook bin ich nicht mehr wütend.

Die Epoche des globalen Kapitalismus neigt sich dem Ende entgegen. Das ist für mich erstmal eine frohe Botschaft und ich sehe darin eine große Chance zur Weiterentwicklung unseres Zusammenlebens. Es gibt dabei allerdings eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass es zu Gewaltexzessen kommt und die Leute sich gewaltbereiten Menschen und den entsprechenden Konzepten anschließen. Inwieweit wir die Chance nutzen können wird davon abhängen, wie viele Menschen die Chance erkennen und in der Unordnung beginnen, kreativ zu gestalten, und wie viele Menschen sich als Opfer der Entwicklungen sehen und aus Angst vor Verlust und Veränderung nach allem und jedem greifen, was oder wer Sicherheit verspricht.

Links/Quellen/Inspirationen:
„Gespräche mit Gott“ von Neil Donald Walsh
„Jetzt“ von Eckhart Tolle
http://www.greencity-energy.de/news/49-green-city-energy-news/948-veranstaltungen-green-city-energy.html
http://www.hintergrund.de (von dort stammen viele meiner Informationen)
http://www.hintergrund.de/201107071639/hintergrund/medien/die-facebook-falle.html
http://www.hintergrund.de/201107121646/wirtschaft/welt/die-oekologischen-grenzen-des-kapitals.html
http://www.youtube.com/watch?v=BNbwppRWCQY (englischer Ausschnitt aus dem Film „Gandhi“, indem er den englischen Besatzern erklärt, wie er sie durch „Nicht-Kooperation“ gewaltfrei zum Verlassen Indiens bewegen will)

Hermann Scheer vergessen?

Ist es eigentlich nicht merkwürdig, dass der Mann, der in Europa wahrscheinlich am Meisten für den Durchbruch der Photovoltaik gesorgt hat, stirbt, und niemand berichtet darüber?

In den Mediatheken von ARD und ZDF findet man gerade mal einen zweiminütigen Bericht über seinen Tod.

Ich vermute, dass Berichte über einen Mann, der unbestechlich und wirkungsvoll für eine demokratische Energieversorgung gekämpft hat, nicht ins Konzept passen. Das würde vielleicht eine sowieso schon wütende und wachsende ausserparlamentarische Opposition noch weiter anstacheln. Ja, das ist eine Verschwörungstheorie. Eine Theorie, die auch gleichzeitig erklärt, warum in der letzten Zeit in unseren Staatssendern auffällig einseitig und negativ über Erneuerbare Energien berichtet wurde. Überzeugen Sie sich selbst, und dann lesen Sie mal, was man noch so alles berichten kann wenn man will. Zum Beispiel hier: http://www.unendlich-viel-energie.de/

Hat jemand eine Erklärung dafür?

Herr Scheer, es betrifft mich wirklich, dass Ihnen keine angemessene Würdigung Ihres Lebenswerkes und Ihrer Persönlichkeit zuteil wird. Sie waren einer der ganz wenigen Berufspolitiker, die meine Hoffnung aufrecht erhalten haben, dass ein Wandel hin zu mehr Vernunft von der Berufspolitik ausgehen kann. Sie haben mich tief berührt und Ihr Lebenswerk ist für mich Inspiration, politisch zu kämpfen. Ich bin Ihnen sehr dankbar.

Dear Mr. President,

Ihre Reden haben mich vom ersten Moment an berührt und fasziniert. Die Rede über Rassen war eine der ersten Reden, die ich von Ihnen gehört habe. Ich hatte Tränen in den Augen und das war nicht das letzte Mal im vergangenen Jahr.

Was bewegt mich so sehr? Der Erfolg, den Sie mit Ihren Ideen und Konzepten haben, gibt mir Hoffnung. Zum einen Hoffnung für Amerika. Ich mochte Bushs Politik noch nie. Als er jedoch wiedergewählt wurde, obwohl klar war, dass es im Irak keine Massenvernichtungswaffen gibt, ist ein großer Teil meiner Hoffnung gestorben, dass Amerika zu einer friedlichen und gerechten Welt beitragen will. Nun, nachdem das amerikanische Volk Sie zum Präsidenten gewählt hat, lebt diese Hoffnung mehr denn je.

Stärker als das bewegt mich, was Ihre Präsidentschaft für Deutschland bedeuten könnte. Soweit ich das beurteilen kann, gibt es viele Menschen hier, die noch an die Macht der Politik glauben. Obwohl unsere Politiker seit Jahrzehnten so tun als ob ihre Entscheidungen Sachzwängen unterlägen und obwohl die wichtigsten politischen Weichenstellungen in den letzten Jahren im Namen von Finanzinstituten und Großunternehmen anstatt im Interesse des Volkes erfolgten, meine ich zu spüren, dass viele von uns insgeheim warten. Sie warten darauf, jemandem ihr Vertrauen und ihre Stimme zu schenken, der an die Macht der Politik als Volksvertretung glaubt und diese zum Wohle des Volkes einsetzt.

Oft wenn ich mit meinen Freunden über Sie gesprochen habe, kamen zwei Einwendungen. Zum Einen gibt es hier wohl stärker als in anderen Ländern Vorbehalte gegen Politiker, die charismatisch auftreten und die Fähigkeit haben, mit ihren Worten emotional zu bewegen und Menschen zu begeistern. Das ist nachvollziehbar. Das hat aber mehr mit der bisherigen Unfähigkeit zu tun, unser Hitlertrauma emotional aufzuarbeiten, als mit Ihnen. Ich freue mich darüber, einen Mann in dieser Position zu sehen, der mich so bewegt wie Sie und dabei auffordert, selbst einen Weg einzuschlagen, der das Leben möglichst vieler Menschen bereichert.

Zweitens haben mir viele Leute entgegen gehalten, dass Sie selbst als Präsident der USA gar keinen so großen Handlungsspielraum haben, um ihre großen Ideen umsetzen zu können. Das hat mir zu denken gegeben. Schließlich habe ich mich auch viel mit globalen Machtstrukturen auseinander gesetzt und sehe einige Substanz hinter diesem Argument. Umso mehr begeistert mich ihr Handeln. In den ersten zwei Wochen haben Sie Maßnahmen gegen Lobbyismus im Parlament ergriffen, Spitzengehälter von Parlamentariern eingefroren, die Tabaksteuer drastisch erhöht um damit die allgemeine Krankenversicherung auszuweiten und eine Reduzierung des Atomwaffenarsenals auf zwanzig Prozent der jetzigen Größe als erstrebenswertes Ziel deklariert. Es würde mich doch wundern, wenn es da nicht einige sehr einflussreiche Menschen in Ihrem Land gäbe, die sich wünschen, Sie hätten weniger Macht.

Sie widerlegen die Skeptiker und den Zweifler in mir. Sie zeigen, was entschlossene Politik leisten kann. Ich verstehe Ihren Weg als Aufforderung, das Schicksal meines Landes auch in meine Hände zu nehmen. Und ich bin mir sicher, dass es einige gibt, die sich ebenso herausgefordert fühlen.

Ich danke Ihnen fürs voraus gehen. Möge Gott Ihnen und Ihrer Familie ein langes Leben schenken und Ihnen weiterhin alles geben was Sie brauchen, um Amerika und die Welt zu bereichern.

Christoph Dold

03.11.2014
Ernüchterung. Barack Obama hat keine wesentliche Änderung in die amerikanische Politik gebracht, am größten ist die Enttäuschung wohl in der fortgeführten Kriegspolitik.
Die Geschichte ist für mich eine ganz klare Bestätigung dafür, dass der notwendige gesellschaftliche Wandel nicht von den politischen Machthabern kommen kann und wird. Ob sie nicht wollen oder nicht können ist dabei zweitrangig.

Rede des Bundespräsidenten

31.12.2008

In seiner Rede würdigte der deutsche Bundespräsident die vielfältigen und tief greifenden Veränderungen der letzten beiden Jahre:

„Nach den derzeitigen Prognosen wird Deutschland bereits Ende 2012 eine ausgeglichene CO2 -Bilanz aufweisen. Die deutsche Politik hat sich in einem beispiellosen Kraftakt aus den Knebeln von Wirtschaftsinteressen und eigenen wirtschaftlichen Interessen befreit und dient heute mehr denn je einzig und alleine dem Volk. Die gesunkene Abhängigkeit von Energieimporten aus dem Ausland und von Wirtschaftsinteressen allgemein gibt uns heute die Möglichkeit, nach innen und außen überzeugend und kraftvoll für die Werte des deutschen Volkes Stellung zu beziehen. Nie zuvor hat sich eine deutsche Regierung in dem Maße für Grundrechte eingesetzt.

Es berührt mich besonders, wie wir Politiker dabei durch Sie, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, unterstützt werden. Der Haushaltsplan sieht für nächstes Jahr fünfzig Milliarden Euro für die Verbesserung der Lebensverhältnisse in Dritte-Welt-Ländern vor. Fast täglich empfangen wir Delegationen aus allen Kontinenten, die verstehen wollen, wie wir das alles in so kurzer Zeit erreichen konnten. Viele unserer Projekte und Konzepte werden überall in der Welt kopiert. Wenn mir vor zwei Jahren jemand gesagt hätte, dass wir Politiker heute solche Freiheiten haben und uns auf den Marktplätzen sogar noch schallender Applaus entgegengebracht wird, ich hätte es für eine Utopie eines Träumers gehalten.

Wir konnten das alles nur durch die Bündelung aller Kräfte erreichen. In Chefetagen von globalen Wirtschaftsunternehmen waren Umweltbeauftragte und Arbeitervertreter plötzlich die gefragtesten Ansprechpartner. Bisherige Konkurrenten haben sich mit ihrer geballten Kompetenz und Schaffenskraft zusammen geschlossen, um möglichst effektiv den Menschen zu helfen, die es am Nötigsten haben. Auf Aktionärsversammlungen wurden Strategien beschlossen, von denen offensichtlich viele profitieren würden, nur nicht die Aktionäre selbst.
Politiker im ganzen Land haben in verstaubten Schubladen nach den Gründen gesucht, warum sie sich vor langer Zeit für diese Aufgabe entschieden haben.
Im Sozialwesen und in der Bildung können wir uns kaum retten vor innovativen Ideen und Konzepten. Endlich gibt es wieder Krankenschwestern, die Zeit für ihre Patienten haben. Und es ist wieder Land in Sicht. Mit den jetzt zur Verfügung stehenden Mitteln wird es uns gelingen, die Reformation beider Systeme zu Ende zu bringen. Millionen von Kindern, kranken und alten Menschen fühlen sich wieder in unserem Land zu Hause.
Und Sie, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, haben gerne auf vieles verzichtet, wovon wir lange Zeit meinten, wir können nicht darauf verzichten. Der DAX interessiert uns plötzlich viel weniger als Statistiken über die Klimaerwärmung, die Zahl der Waisenkinder oder die jährliche Zahl an Hungertoten weltweit.
Es ist so, als hätten wir uns alle eine zweite Chance gegeben.

Vor zwei Jahren hatten drei Viertel der deutschen Bevölkerung nicht das Gefühl, wirklich am politischen Geschehen teilzuhaben. Wir hatten sozusagen die Demokratie emotional abgeschafft. Heute sind es nur noch zehn Prozent, die eine solche Aussage unterzeichnen würden.

Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie stolz ich bin, Teil dieser Entwicklung zu sein. Was wir bis heute geschafft haben und uns für die nächsten Jahre vorgenommen haben ist die größte Herausforderung, vor der dieses Volk jemals gestanden hat. Wir werden auch weiterhin alle Kräfte, die dieses Land zu mobilisieren hat, brauchen, um unsere Vision von einer solidarischen und nachhaltig wirtschaftenden Völkergemeinschaft wahr zu machen.

(erfunden im Dezember 2007)