Die Christus-Tatsache

ist das erste Kapitel im Buch „Terra Nova – Globale Revolution und Heilung der Liebe“, das ich gelesen habe. Gelesen? Zwischendrin kam es mir vor als würde ich die Buchstaben und Wörter eher inhalieren oder als würden sie mich überfallen. Schauer laufen mir über den Rücken und Tränen über die Wangen. Was passiert da?

Es ist die Erinnerung an einen Zustand, den ich meist verdränge oder vergesse. Völlig im Einklang mit mir und im Frieden mit dem um mich herum zu sein. Dieter Duhm nennt es die „Christus-Tatsache“, dass wir in uns die Zielgestalt des heilen Menschen tragen. Und diese Erde trägt in sich die Zielgestalt eines vollkommenen Friedens.

So erkläre ich mir die Schauer und die Tränen. Die Worte gehen in Resonanz mit dieser inneren Zielgestalt und die Tränen sind zugleich Ausdruck einer unendlichen Erleichterung, dass sie noch in mir existiert und einer gewaltigen Sehnsucht danach, diese Gestalt mit Leben zu füllen.

Diese Tage sind bewegt. Ich habe vor zwei Wochen den ersten Grad in Reiki erlernt, schaue „Die letzte Versuchung Christi“ und komme gerade vom Terra-Nova-Netzwerkwochenende. Menschen, die es immer noch wagen, vom Weltfrieden zu sprechen und sogar eine Idee haben, wie er zu erreichen ist. Dieter Duhm, der nur im Geiste anwesend war, mit seinem Lebenswerk. Eine Konsequenz und Unerbittlichkeit auf der Suche nach dem Frieden in uns und in der Welt, wie sie mir in der Form in der heutigen Zeit nicht begegnet ist. Und jetzt der Versuch, die Friedenskräfte zu einen und zu stärken, so dass ein Kraftfeld entsteht, das dem Frieden zum Durchbruch verhilft.

Seit den ersten Worten, die ich in „Der unerlöste Eros“ gelesen habe hat mich dieser Mensch auf einer Ebene erreicht, die gleichzeitig fast aus meinem Blickfeld entschwunden war und nach der ich mich dennoch so sehr gesehnt habe. Was hat mein Handeln für einen Sinn, wenn es doch offensichtlich zu spät ist für einen fundamentalen Wandel in der Zivilisation? Was hat meine Sehnsucht nach Intimität, Sex und Verbindung mit einer Frau für eine Berechtigung, wenn es am Ende immer wieder zu Enttäuschung kommt? Wofür soll ich kämpfen und woher soll ich die Kraft nehmen? Dass ich den Antworten näher komme habe ich zu einem großen Teil Dieter Duhm zu verdanken.

Es verunsichert mich, in diesen Worten über einen Menschen zu schreiben. Dieter Duhm, mein Guru?

Nein. Es geht um was Größeres. Wäre das der Egotrip eines gescheiterten Marxisten dann könnten seine Worte nicht diese körperlichen Reaktionen in mir hervor rufen. Der Mann hat etwas Grundlegendes verstanden und er hat den Mut, es zu Papier zu bringen und zu veröffentlichen.

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our deepest fear

our deepest fear

Our deepest fear is not that we are inadequate.
Our deepest fear is that we are powerful beyond measure.
It is our light, not our darkness, that most frightens us.
We ask ourselves:
Who am I to be brilliant, gorgeous, talented and fabulous?
Actually, who are you not to be?
You are a child of God.
Your playing small doesn’t serve the world.
There is nothing enlightened about shrinking
so that other people won´t feel insecure around you.
We are born to make manifest the glory of God within us.
It´s not just in some of us, it´s in everyone.
And as we let our own light shine, we unconsciously
Give other people permission to do the same.
As we liberate from our own fear,
our presence automatically liberates others.

Marianne Williamson
[nicht Nelson Mandela]

Übersetzung in Ich-Form

Meine große Angst ist nicht, unzulänglich zu sein.
Meine große Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein.
Mein Licht -nicht meine Dunkelheit- ängstigt mich.

Oft frag` ich mich:
Wer bin ich denn,
dass ich toll und brillant sein darf-?
Aber:
Wer bin ich, es nicht sein zu dürfen-?

Es dient der Welt nicht, wenn ich mich klein mache.
Mich klein zu machen, nur damit sich andere um mich herum nicht unsicher fühlen, hat nichts Erleuchtetes.

Ich wurde geboren,
meine göttliche Herrlichkeit zu leben.
Gott ist in mir,- in jedem Einzelnen.
Und wenn ich mein Licht leuchten lasse,
gebe ich damit unbewusst anderen die Erlaubnis,
dies auch zu tun.

Wenn ich mich von meiner Angst befreie,
erlöst meine Präsenz automatisch auch andere.

Weitere Übersetzung:

Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sind.
Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich mächtig sind.

Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns am meisten fürchtet.
Wir fragen uns selbst, wer bin ich wohl, dass ich so brillant, großartig, talentiert und fabelhaft bin?
Und doch, wer bist du, es nicht zu sein?

Du bist ein Kind Gottes.
Dich Klein zu machen, dient der Welt nicht.
Dich klein zu machen, nur damit andere um dich herum sich nicht unsicher fühlen, hat nichts erleuchtendes.

Wir sind alle dazu bestimmt zu scheinen, so wie es Kinder tun.
Wir wurden geboren, um die göttliche Herrlichkeit in uns zu leben.
Es ist nicht nur in ein paar von uns, sondern in jedem einzelnen.

Und wenn wir unser eigenes Licht scheinen lassen, dann geben wir anderen ebenso die Erlaubnis, das Gleiche zu tun.
Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, dann befreit unsere Gegenwart automatisch andere.

Mittagsbier

Es begab sich, dass ich mittags eine offene Flasche dunkles Weissbier in der Hand hielt. Da ich der Meinung bin, dass solch wertvolle bavarische Braukunst nicht verschwendet werden darf, setzte ich mich an eine Tramhaltestelle und trank. Schon das fand ich ein spannendes Experiment, weil mich auch zunehmend Menschen interessieren, die öfter mal mittags mit einem Bier in der Hand die Welt betrachten. Genauso wie ich das wahrscheinlich auch getan hätte, fühlte ich mich von Passanten oft sehr schnell in untere Schubladen geschoben.

Spannend war zunächst, dass ich mich sehr schnell im Urlaub befand. Umherhetzende Autos und Menschen hatten plötzlich keinen Einfluss mehr auf mein sonniges Gemüt. Mit fremden Menschen in Kontakt zu kommen ging deutlich einfacher und es stellte sich ein gewisses Glücksgefühl ein, dass seinen Ausdruck im Dauerlächeln fand. Auch das Folgen spontaner Handlungsimpulse (wie zB Radeln durch einen Springbrunnen um mir Abkühlung zu verschaffen) gelang. Der Ernst meiner Person und meines Lebens war verschwunden und das fühlte sich frei und leicht an.

Schließlich konnte ich in meiner veränderten Wahrnehmung noch ein Mißverständnis aufklären, das mich seit frühester Kindheit begleitet hat: Die Feuerwehr macht gar nicht „Tatü Tata“ sondern „Tatü Tatü“.

Ich verstehe den Reiz, sich dem Alkohol hinzugeben.

Schmerz

Es ist halb zwei Uhr nachts und ich warte darauf, dass meine Mexiko-Pfanne auf lauwarm abkühlt. Ich verbringe viel Zeit beim Zahnarzt, weil viele Zähne neu versorgt werden müssen. Die momentan nur mit Zwischenfüllungen ausgestatteten Zähne schmerzen, wenn ich zu heiß esse.

Da ich sowieso sehr empfindlich auf alle möglichen Stoffe von aussen reagiere und weil ich der Überzeugung bin, daß Schmerzen einen Sinn haben und nicht generell vermieden werden sollen, habe ich meine Zahnärztin gebeten, mich ohne Betäubung zu behandeln. Die jeweils eineinhalb Stunden Behandlungszeit sind schmerzhaft und sehr anstrengend. Ich bin körperlichen Schmerz nicht mehr gewohnt.

Heute abend habe ich mich sehr unwohl gefühlt. Zahnschmerz und Kopfschmerz haben um meine Aufmerksamkeit gerungen, es war viel zu heiß zum schlafen, die Nase war verstopft und der Magen leer. Ein klarer Fall für Aspirin. Normalerweise. Ich habe lange gerungen bis ich mich entschliessen konnte, diese Nacht auf die Chemiekeule zu verzichten und den Schmerz länger als gewohnt auszuhalten.

Ich lese gerade „Gewaltlose Kommunikation“ von Rosenberg. Ich wollte mal versuchen, ob ich auch mit dem Schmerz gewaltlos kommunizieren kann. Also hörte ich mal kurzzeitig auf, ihn mir weg zu wünschen und fragte ihn, was er denn von mir wolle. „Schau!“ „Wohin?“ „Schau Dich an!“ Bitte? Na schön. Also… ich habe heute viel Zeit in der prallen Sonne verbracht. Ich weiß, daß mir das nicht gut tut. Zusätzliche eine dreistündige Radtour in der Mittagshitze und bei wahrscheinlich sehr hohen Ozonwerten. Den ganzen Tag nichts ordentliches gegessen und am Abend statt angeschlagen einzuschlafen noch Fussball in ungemütlicher Körperhaltung geschaut. Ja, meine Schmerzen haben ihre Daseinsberechtigung.

Ich bin immer wieder nur da gelegen und habe versucht, nichts zu tun ausser meinem schmerzenden Körper Aufmerksamkeit zu schenken. Auch das war sehr ungewohnt. Ich weiß aus der Erfahrung mit seelischen Prozessen, dass Schmerz sich irgendwann verwandelt, wenn er genügend ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt. Ich wollte mal sehen, ob das körperlich auch funktioniert. Schließlich war nach ungefähr drei Stunden der Schmerz so weit abgeklungen, dass ich einschlafen konnte.

Das neue Reich Gottes

Das Buch „Die geheime Botschaft von Jesus“ verändert gerade mein Leben:

Wenn Jesus vom „neuen Reich Gottes“ spricht, meint er damit nicht das, was nach dem Tod passiert. Das „neue Reich Gottes“ hat mit seiner Ankunft auf der Erde begonnen und jeder kann heute Teil dieses neuen Reiches sein, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion und ideologischer Gesinnung.

Jesus ist für mich schon länger ein Vorbild und seit einiger Zeit frage ich mich in verschiedensten Situationen, was er wohl an meiner Stelle getan hätte. Doch jetzt fühlt sich das anders an. Zumindest unterbewusst bin ich immer davon ausgegangen, dass es dieses „neue Reich Gottes“ zu erreichen gilt. Schliesslich kann doch diese Welt mit all ihren Verwirrungen und Grausamkeiten nichts damit zu tun haben, was ich mir unter einem „Reich Gottes“ vorstellen kann.

Diese neue Sichtweise hat die Macht, meinen Alltag zu revolutionieren. Dass ich und jeder Mensch auf diesem Planeten in jedem Moment Teil dieses „neuen Reichs Gottes“ sein kann, erfüllt mich mit Würde und Demut. Es gibt den Dingen, die passieren, vor allem meinen Beziehungen, eine neue Dimension und großen Wert.

Mahatma Gandhi sagte: Du musst die Veränderung sein, die Du in der Welt zu sehen wünscht.

Ich bin kein Bibelforscher und kann mir deshalb kein Urteil erlauben, wie gut diese Lehre wissenschaftlich in der Historie verankert ist. Aber ich spüre, dass diese Auslegung der frohen Botschaft für mich die lebendigste und abenteuerlichste ist. Gerade die Deutung von Jesus als politischem Akteur finde ich spannend. Und ich habe sie bisher sehr vermisst.

Ich danke Brian D. McLaren für seine wertvollen Erkenntnisse.

Winter-Wanderung

 

während meinem Aufenthalt in Haus Hammer am 16.12.2007

Einmal mehr hat mich das Wandern und Beten im Winterwald inspiriert.

Plopp – ein inspirierender Gedanke nach dem anderen taucht auf:
Möglichkeiten, Probleme anders und kooperativer zu lösen
Möglichkeiten, meine Lebensbereiche zu verbinden
Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Ähnlich-Gesinnten

Anscheinend brauche ich die Einsamkeit, um die Gemeinsamkeit zu gestalten…