Motivationsschreiben für meinen Aufenthalt in Tamera

Ich sehne mich danach, ganz lebendig zu werden und meine innere Wahrheit in allen Lebensbereichen auszudrücken und zu leben. Ich sehne mich nach Selbstwirksamkeit in einer Welt, die gerade zugrunde geht und in der es kaum noch konventionelle Mittel gibt, in den Lauf der Dinge einzugreifen. Und ich sehne mich nach der Vereinigung mit der Frau.

Diese Sehnsüchte, vor allem die Suche nach einem neuen, funktionierenden Modell von Partnerschaft, haben mich 2012 zum ersten Mal nach Tamera gebracht. Dort und durch die Bücher von Dieter Duhm habe ich immer tiefer verstanden, was es in meinem Leben und in der Welt braucht, um nachhaltig Frieden zu erzeugen. Ich verstehe auch immer tiefer, dass es komplexe und umfassende Modelle braucht. Dass zum Beispiel Gemeinschaftsleben, Befreiung bei dem Thema Partnerschaft und Sexualität und aktive Gesellschaftsgestaltung zusammen gehören und einzeln nicht oder nur sehr eingeschränkt funktionieren. Insbesondere in der selbstbestimmten Sexualität sehe ich die Kraftquelle, die erschlossen werden muss, um alle anderen Aufgaben zu bewältigen.

Momentan bin ich in einer Gemeinschaftsgründung (http://www.nature-community.de/). Vor allem die Menschen im Kern dieser Gemeinschaft sind sich ziemlich einig in ihrer Ausrichtung und sehen Tamera als große Inspirationsquelle und als Vorbild. Für mich ist klar, dass ich in einer Gemeinschaft leben werde, die sich Menschheitsziele steckt, an der Befreiung in Partnerschaft und Sexualität arbeitet und die Gesellschaft ganz praktisch mitgestaltet. Dafür sehe ich in der Nature Community großes Potential und wir wünschen uns die Unterstützung von Tamera. Konkret sind wir gerade in Verhandlung, ein Feriendorf in der Oberpfalz zu kaufen, das über hundert Menschen Platz bietet.

Ich möchte auch ein Zentrum der Vernetzung und einen Treffpunkt und konkrete Handlungsmöglichkeiten für alle anbieten, die unzufrieden sind in den Gewaltsystemen und eine Möglichkeit suchen, die Gesellschaft in Richtung Frieden zu lenken.

Zudem spüre ich, dass es an der Zeit ist, Tamera nach Deutschland zurück zu holen. Mich berührt die besondere Situation dieses Landes, das sein Trauma aus dem zweiten Weltkrieg nicht überwunden hat. Ich denke die wirksamste und sinnvollste Heilungsmaßnahme ist, jetzt konkret und unmissverständlich in den Dienst für den Frieden einzutreten.

my favourite faded fantasy

Das neue Album von Damien Rice läuft bei mir gerade hoch und runter.

Klingt sehr nach Herbst. Wer darauf hofft, animiert durch seine Musik fröhlich im Kreis zu hüpfen, darf weiter warten.

Sein Gespür für Musik, die Schlichtheit, dann wieder epische Weiten mit einem ganzen Orchester, alles untermalt mit seiner leidenschaftlichen Stimme. Ich bin erneut begeistert.

Hörprobe:
colour me in (solo, ohne Orchester)


I don´t wanna change you

the greatest bastard (solo, ohne Orchester)

Die Christus-Tatsache

ist das erste Kapitel im Buch „Terra Nova – Globale Revolution und Heilung der Liebe“, das ich gelesen habe. Gelesen? Zwischendrin kam es mir vor als würde ich die Buchstaben und Wörter eher inhalieren oder als würden sie mich überfallen. Schauer laufen mir über den Rücken und Tränen über die Wangen. Was passiert da?

Es ist die Erinnerung an einen Zustand, den ich meist verdränge oder vergesse. Völlig im Einklang mit mir und im Frieden mit dem um mich herum zu sein. Dieter Duhm nennt es die „Christus-Tatsache“, dass wir in uns die Zielgestalt des heilen Menschen tragen. Und diese Erde trägt in sich die Zielgestalt eines vollkommenen Friedens.

So erkläre ich mir die Schauer und die Tränen. Die Worte gehen in Resonanz mit dieser inneren Zielgestalt und die Tränen sind zugleich Ausdruck einer unendlichen Erleichterung, dass sie noch in mir existiert und einer gewaltigen Sehnsucht danach, diese Gestalt mit Leben zu füllen.

Diese Tage sind bewegt. Ich habe vor zwei Wochen den ersten Grad in Reiki erlernt, schaue „Die letzte Versuchung Christi“ und komme gerade vom Terra-Nova-Netzwerkwochenende. Menschen, die es immer noch wagen, vom Weltfrieden zu sprechen und sogar eine Idee haben, wie er zu erreichen ist. Dieter Duhm, der nur im Geiste anwesend war, mit seinem Lebenswerk. Eine Konsequenz und Unerbittlichkeit auf der Suche nach dem Frieden in uns und in der Welt, wie sie mir in der Form in der heutigen Zeit nicht begegnet ist. Und jetzt der Versuch, die Friedenskräfte zu einen und zu stärken, so dass ein Kraftfeld entsteht, das dem Frieden zum Durchbruch verhilft.

Seit den ersten Worten, die ich in „Der unerlöste Eros“ gelesen habe hat mich dieser Mensch auf einer Ebene erreicht, die gleichzeitig fast aus meinem Blickfeld entschwunden war und nach der ich mich dennoch so sehr gesehnt habe. Was hat mein Handeln für einen Sinn, wenn es doch offensichtlich zu spät ist für einen fundamentalen Wandel in der Zivilisation? Was hat meine Sehnsucht nach Intimität, Sex und Verbindung mit einer Frau für eine Berechtigung, wenn es am Ende immer wieder zu Enttäuschung kommt? Wofür soll ich kämpfen und woher soll ich die Kraft nehmen? Dass ich den Antworten näher komme habe ich zu einem großen Teil Dieter Duhm zu verdanken.

Es verunsichert mich, in diesen Worten über einen Menschen zu schreiben. Dieter Duhm, mein Guru?

Nein. Es geht um was Größeres. Wäre das der Egotrip eines gescheiterten Marxisten dann könnten seine Worte nicht diese körperlichen Reaktionen in mir hervor rufen. Der Mann hat etwas Grundlegendes verstanden und er hat den Mut, es zu Papier zu bringen und zu veröffentlichen.

Kommentar zum Scheitern der Münchner Koalitionsgespräche SPD – Grüne – ÖDP

Meldung im Original

Christoph Dold, Sonntag, den 11. Mai 2014:


Die Stadt München ist Eigentümer der SWM, einer der größten Energieversorger Deutschlands. Zwei Jahrzehnte rot-grüne Koalition sind eine wunderbare Möglichkeit, zu demonstrieren, wie eine nachhaltige Energieversorgung ökonomisch und ökologisch funktioniert. Damit könnte man die Argumente derer widerlegen, die die Scheindebatte um die technische Machbarkeit der Energiewende und deren Kosten befeuern und bewusst oder unbewusst im Dienst derer stehen, die mit Hilfe einer zentralen Energieversorgung und Monopol-Strukturen die Bürger bestehlen.
Und da fällt den Münchner Grünen jetzt ein, dass man mal eine Studie machen könnte? Nachdem unter rot-grün die Kohle-Verstromung in München nie gekannte Höhen erreicht hat?
Mein Antrag ist eine Umbenennung der Grünen in „die Farblosen“, um Verwirrung zu verhindern. Es gibt bestimmt noch viele Menschen, die die Grünen aufgrund ihres Namens und der Entstehungsgeschichte mit nachhaltiger Politik im Dienste des Menschen und der Natur verbinden. Ein solcher Wählerauftrag entspräche nicht mehr der Realität der „grünen“ Entscheidungen.
Christoph Dold

our deepest fear

our deepest fear

Our deepest fear is not that we are inadequate.
Our deepest fear is that we are powerful beyond measure.
It is our light, not our darkness, that most frightens us.
We ask ourselves:
Who am I to be brilliant, gorgeous, talented and fabulous?
Actually, who are you not to be?
You are a child of God.
Your playing small doesn’t serve the world.
There is nothing enlightened about shrinking
so that other people won´t feel insecure around you.
We are born to make manifest the glory of God within us.
It´s not just in some of us, it´s in everyone.
And as we let our own light shine, we unconsciously
Give other people permission to do the same.
As we liberate from our own fear,
our presence automatically liberates others.

Marianne Williamson
[nicht Nelson Mandela]

Übersetzung in Ich-Form

Meine große Angst ist nicht, unzulänglich zu sein.
Meine große Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein.
Mein Licht -nicht meine Dunkelheit- ängstigt mich.

Oft frag` ich mich:
Wer bin ich denn,
dass ich toll und brillant sein darf-?
Aber:
Wer bin ich, es nicht sein zu dürfen-?

Es dient der Welt nicht, wenn ich mich klein mache.
Mich klein zu machen, nur damit sich andere um mich herum nicht unsicher fühlen, hat nichts Erleuchtetes.

Ich wurde geboren,
meine göttliche Herrlichkeit zu leben.
Gott ist in mir,- in jedem Einzelnen.
Und wenn ich mein Licht leuchten lasse,
gebe ich damit unbewusst anderen die Erlaubnis,
dies auch zu tun.

Wenn ich mich von meiner Angst befreie,
erlöst meine Präsenz automatisch auch andere.

Weitere Übersetzung:

Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sind.
Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich mächtig sind.

Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns am meisten fürchtet.
Wir fragen uns selbst, wer bin ich wohl, dass ich so brillant, großartig, talentiert und fabelhaft bin?
Und doch, wer bist du, es nicht zu sein?

Du bist ein Kind Gottes.
Dich Klein zu machen, dient der Welt nicht.
Dich klein zu machen, nur damit andere um dich herum sich nicht unsicher fühlen, hat nichts erleuchtendes.

Wir sind alle dazu bestimmt zu scheinen, so wie es Kinder tun.
Wir wurden geboren, um die göttliche Herrlichkeit in uns zu leben.
Es ist nicht nur in ein paar von uns, sondern in jedem einzelnen.

Und wenn wir unser eigenes Licht scheinen lassen, dann geben wir anderen ebenso die Erlaubnis, das Gleiche zu tun.
Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, dann befreit unsere Gegenwart automatisch andere.

Bürgerwelle JHV 2013

Die Jahreshauptversammlung 2013 genehmigt die Haushalte 2011 & 2012 und entlastet den Vorstand. Auch wenn die Beschlussfähigkeit der JHV fraglich ist sagt es viel über die anwesenden Mitglieder und den Zustand des Vereins aus, wenn die katastrophale Geschäftsführung von Siegfried Zwerenz, der den Verein nicht nur in die roten Zahlen, sondern in wichtigen Bereichen in die Wirkungslosigkeit geführt hat, deutliche Zustimmung findet.

Ich habe selbst durch jahrelange Selbstbeobachtung heraus gefunden, dass ich elektrosensibel bin und unter Einwirkung von Elektrosmog deutlich schlechter schlafe und sich körperliche Symptome (vor allem Nervosität) zeigen. In einer Stadtwohnung zu leben kommt für mich schon alleine aus diesem Grund nicht mehr in Frage. Schon vor vielen Jahren bin ich auf das Thema aufmerksam geworden und der Bürgerwelle beigetreten. Von den Machenschaften des Vorstands erfuhr ich erst, nachdem kritische Mitglieder, die eine Kurskorrektur forderten und denen die Kommunikation mit anderen Mitglidern von Herrn Zwerenz verwerhrt wurde, per Gericht die Mitgliederlisten erstritten hatten und eine eigene Darstellung an die Mitglieder sandten.

Die Liste der Vorwürfe gegen Herrn Zwerenz ist lang, ich nenne nur die gravierendsten:
– vielfältige Verstöße gegen das Vereinsrecht, welche die Rechtmässigkeit der Entscheidungen des Vorstands als auch die der Jahreshauptversammlungen der letzten Jahre angreift
– Wirkungslosigkeit in wichtigen Arbeitsfeldern, zB wurde wohl seit Jahren keine einzige Pressemitteilung mehr verschickt
– Verhinderung der Vernetzung von Mitgliedern und Bürgerinitiativen
– Vorteilsnahme durch Verknüpfung von geschäftlichen Interessen mit der Vorstandsarbeit
– zahlreiche unwahre Aussagen und die Initierung von Ausschlussverfahren gegen Mitglieder, die mit der Vorstandsarbeit nicht zufrieden sind

Unstrittig ist, dass ungefähr die Hälfte der Einnahmen der Bürgerwelle und damit ein größerer Betrag als die gesamten jährlichen Mitgliedsbeiträge für Lohn, Nebenkosten und Miete eines 92m² großen Büros im Privathaus Zwerenz an seine Frau bezahlt werden. Bisher verweigert Herr Zwerenz die Herausgabe des Arbeitsvertrags genauso wie den Vorstandsbeschluss zur Anstellung seiner Frau.

Ebenfalls unstrittig ist, dass die Bürgerwelle im Moment nur durch private Darlehen, zum großen Teil ebenfalls von Frau Zwerenz noch Geld auf dem Konto hat. Ein auf der JHV 2013 anwesender Fachanwalt für Vereinsrecht hat auf der Versammlung mehrfach darauf hingewiesen, dass die Bürgerwelle im derzeitigen Zustand nach seiner Einschätzung insolvent ist.

Auf der JHV 2013 ereignete sich unter Anderem folgendes:
– Die Finanzen des Vereins wurden zum Teil sehr unübersichtlich und fehlerbehaftet dargestellt. Eine Vermögensaufstellung und eine Übersicht über die Liquidität des Vereins fehlte komplett.
– Ein Herr berichtete, wie Herr Zwerenz ihm gegen seine Unterstützung bei einer früheren JHV eine zeitweise Freistellung vom Mitgliedsbeitrag angeboten hat. In der Kernaussage blieb dieser Bericht unangefochten.
– Die Versammlung war geprägt von vielerlei Vorwürfen sowohl der Unterstützer als auch der Kritiker des Vorstands. Es entstand der Eindruck, dass es nichts außer den zwei Fronten innerhalb der Bürgerwelle gibt. Dieser Eindruck wurde verschärft, indem Herr Zwerenz vor Abstimmungen wiederholt darauf hingewiesen hat, dass man eben je nach Zugehörigkeit zur einen oder anderen Front abstimmen soll.

Es ist traurig und verhängnisvoll, dass bei der Bürgerwelle alles beim alten bleibt. Ich habe selbst schon öfters Geschäftsführungen übernommen und frage mich wie niedrig die Erwartungen an einen Vorstand und an die Arbeit der Bürgerwelle bei der Mehrzahl der anwesenden Mitglieder sein müssen, um so ein Abstimmungsergebnis zu ermöglichen. Man mag in Betracht ziehen, dass die ständigen, zum Teil polemischen gegenseitigen Beschuldigungen und die vielen gegensätzlichen Aussagen in der Versammlung Verwirrung gestiftet haben. Ebenso hatten die Kritiker keinen Kandidaten und zwar klare Vorstellungen von der zukünftigen Arbeitsweise, diese sind allerdings in der Versammlung nicht oder nur unzureichend erläutert worden.

Selbst wenn die Beschlüsse nichtig wären, wie von dem oben genannten Fachanwalt für Vereinsrecht aufgrund mehrerer Verfahrensfehler behauptet, ist für mich die Bürgerwelle zunächst nicht mehr der Ansprechpartner wenn es um wirkungsvollen Widerstand gegen die boomende Verstrahlung des Lebensraums geht. Ich hoffe, dass diejenigen, die sich dankenswerterweise für die Aufklärung der Vorgänge und eine andere Bürgerwelle eingesetzt haben, schnell den Frust nach dieser bizarren Veranstaltung beiseite schieben und zumindest eine alternative Plattform zur Vernetzung gründen.

Die andere Seite

„Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind aufgrund ihrer desolaten Lebenssituation in der Bayernkaserne in Hungerstreik getreten. Wer die Situation der Jugendlichen kennt, kann gut verstehen, dass sie sich nun mit drastischen Mitteln Gehör verschaffen.
Die Jugendlichen, viele aus Afghanistan und Somalia, haben schon in ihrer Heimat heftige Gewalterfahrungen bis hin zu Lebensbedrohungen erlebt und eine schwere Flucht hinter sich. Oft waren sie längere Zeit noch in Ländern wie in Griechenland und Italien, wo Flüchtlingsschutz nicht existiert, wo sie weiter Gewalt ausgesetzt waren.“

Seit einiger Zeit beobachte ich die Situation von Menschen in München, die aus Ihrer Heimat geflohen sind, aus einer gewissen Distanz. Immer wieder erfahre ich, wie unwürdig diese Menschen in unserer reichen Stadt untergebracht und verpflegt werden und wie gering die Unterstützung ist, die sie von uns erfahren. Hinzu kommt, dass die miserablen Lebensbedingungen wohl kaum Beachtung finden.

Was bitte passiert denn hier, dass sich eine junge Frau oder ein junger Mann, die oder der endlich das rettende Ufer, die Weltstadt mit Herz, erreicht hat, zu einem Hungerstreik entschließt? Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese Menschen überzogene Erwartungen an ihre Lebenssituation in München haben.

An der Situation dieser Menschen wird für mich deutlich, was für ein gewaltiger Graben durch München verläuft. An ihr lässt sich bemessen, wie viel Herz die Weltstadt hat.

Ich male mir innerlich ein Bild von München. Die Isar ist ein tiefer schwarzer Graben, und es gibt zwei Seiten. Wenn ich schreibe, ich habe die Situation der Flüchtlinge aus einer gewissen Distanz betrachtet, dann meine ich damit „von der anderen Seite“. Daran ändern auch meine vordergründige Toleranz und meine Geldspenden nichts. In meinem Bild gibt es nur zwei Seiten und eine Entscheidung. Und für diese schäme ich mich. Ich habe eine Sehnsucht danach, mich mit denjenigen zu solidarisieren, die ohne Grund ausgegrenzt werden. Es geht mir darum, die Lebenssituation dieser Menschen zu verbessern und darum, das zu tun, was ich für angebracht halte. Es geht mir um einen Schritt raus aus dem Wahnsinn dieser Seite, der sich in diesem hässlichen Graben durch München widerspiegelt. Ich will ankommen in dieser Realität und aufhören, sie zu verdrängen.

Ich glaube auf einer tieferen Ebene (jenseits der materiellen) gibt es weder Gewinner noch Verlierer auf den beiden Seiten. Nur viel vermeidbares Leid beiderseits und die Illusion, dass diese Menschen und ihr Schicksal nichts mit meinem zu tun haben. Ich will herausfinden, wie das wirklich ist und das schaffe ich vermutlich nur, wenn ich mich näher an sie heran traue.

Pressemitteilung von Refugio

Edit (22.05.2012):

Hab mir gerade „Die Farbe des Ozeans“ im Kino angeschaut. Ich finde der Film stellt den beschriebenen Graben und das Leid auf beiden Seiten davon sehr schön dar. Hat mich sehr bewegt, obwohl der Film nie auf die Tränendrüse drückt. Das hat er aber auch nicht nötig…

Ich & unser Wirtschaftssystem

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Ich war bei der Diskussion mit dem Thema „Weniger ist MEHRWert – grünes Wachstum ohne Grenzen?“, das von der GLS-Bank und meinem Auftraggeber Green City Energy ausgerichtet wurde.
Mich beschäftigt dieses Thema und die Diskussion hat mich angeregt, meine diesbezüglichen Gedanken aufzuschreiben und zur Verfügung zu stellen.

Ich habe mich selbst mit den Themen beschäftigt und bin dabei zu folgenden Erkenntnissen und Prognosen gekommen:
– Der Kapitalismus wie wir ihn derzeit vorfinden dient der Konzentration von Besitztümern und mündet zwangsläufig darin, dass wenige fast alles besitzen
– Durch die Kreditfinanzierung und die ständig steigenden Zinsen und Zinseszinsen ist der Kapitalismus abhängig von Wirtschaftswachstum, zumindest aber von einer stetig steigenden Geldmenge. Ist dies nicht mehr gewährleistet, droht der Zusammenbruch des Systems. Das erleben wir gerade.
– Diese Mechanismen können nicht aufgehalten werden, ohne den Kapitalismus abzuschaffen oder ihn so von Grund auf zu ändern, dass es einer Abschaffung gleich kommt. Trotz vereinzelter Ansätze ist für mich derzeit keineswegs erkennbar, dass es politische oder wirtschaftliche Akteure gibt oder geben wird, die das leisten können und wollen. Die wenigen Profiteure des Systems nutzen ihre Macht, um den Aufbau nachhaltigerer und lebensdienlicherer Strukturen zu behindern.
– Die Regierungen der europäischen und nordamerikanischen Länder sind so mit dem kapitalistischen System verflochten, dass Initiativen, sich ausserhalb dieses Systems zu bewegen, von den Regierungen nicht zu erwarten sind.
– Der globalisierte Kapitalismus löst weltweit einen beträchtlichen Teil des vermeidbaren Leids aus und führt zu Kriegen und Investitionen in Militär.
– Die Epoche des globalisierten Kapitalismus hatte einen Anfang und hat (wie alle Epochen) ein Ende, wie auch immer das aussehen mag.
– Der globalisierte Kapitalismus und das damit verbundene Finanz- und Währungssystem erhält seine Macht ausschliesslich durch die Vielzahl an Menschen, die an dem System beteiligt sind,  und deren Wertschöpfung.

Das ist mein Bild. Ich will damit niemanden (und am wenigsten mich selbst) demotivieren. Ich will dazu aufrufen, die Hoffnung aufzugeben, dass irgendjemand die Megamaschine (Zitat von Gandalf Lipinski) in den Griff bekommen wird oder den Kapitalismus in ein grünes, nachhaltiges und faires System verwandeln wird. Das kann nicht funktionieren, weil die DNA des Kapitalismus eine völlig andere ist. Versuchen Sie mal, mit einem Hammer Blumen zu gießen. Deshalb ist nicht jedes Agieren innerhalb des Systems nutzlos, es macht aber in vielen Fällen Sinn, meine Energie aus dem bestehenden System abzuziehen und etwas neues zu entwickeln.

Was kann ich also tun?
Bei mir selbst bleiben. Nicht versuchen, die Welt oder meinen Mitmenschen zu verbessern, sondern einen klaren Blick auf die Dinge gewinnen, Entscheidungen treffen, mit denen ich mein Leben und Handeln zu einer Aussage über mich selbst mache und diese Entscheidungen umsetzen. Einfachheit hilft mir hier viel besser als konzeptionelles Denken.

Ich habe vor einiger Zeit einen Hintergrundbericht über Facebook gelesen. Mir war sofort danach klar, dass ich kein Teil davon sein will. Einige Tage später habe ich mein Profil gelöscht.
Mir ist völlig klar, dass ich kein Teil des globalisierten Kapitalismus und dem damit verbundenen Finanz- und Währungssystem sein will. Es gilt für mich, das umzusetzen. Herauszufinden, ob und wie das möglich ist, auch wenn ich seit 31 Jahren höre, dass es nicht möglich ist und dass es außerdem Geld braucht um überhaupt etwas zu bewegen. Was würde Jesus dazu sagen? Was würde Mahatma Gandhi dazu sagen?
Schon bevor ich die Mechanismen des Systems verstanden habe, hat mich die Idee angezogen, Geld keinen Wert mehr beizumessen. Ich sehe darin großes Potential für meine innere Freiheit. Das Ansammeln von Besitztümern begann in meinem Leben nach einem gravierenden Vertrauensverlust in meine Mitmenschen.
Es gilt, meine Ängste diesbezüglich als das zu erkennen, was sie sind. Illusionen, Hirngespinste und Stimmen einer wahnsinnigen Normalität. Es gilt, eine Entscheidung zu revidieren, die ich nie bewusst getroffen habe (Teil der Megamaschine zu sein), die aber maßgeblich in meinem Leben wirkt und die mich immer mehr zerreißt, je bewusster ich wahrnehme, was passiert.

Ich strebe inneren Frieden an. Deshalb faszinieren mich Menschen wie Jesus und Mahatma Gandhi. Sie haben (zumindest in dem Bild, dass ich von ihnen habe), einen inneren Frieden erreicht, der mich anzieht. Ihr Leuchten motiviert mich.
Ich werde manchmal sehr wütend, wenn ich mir die Auswirkungen der Megamaschine bewusst mache. Ich habe herausgefunden, dass diese Wut daraus resultiert, dass ich Teil der Maschine bin. Ich denke, diese Wut wird Traurigkeit und Tatendrang weichen, sobald ich das behoben habe. Traurigkeit stört – im Gegensatz zur Wut – meinen inneren Frieden nicht. Auf Facebook bin ich nicht mehr wütend.

Die Epoche des globalen Kapitalismus neigt sich dem Ende entgegen. Das ist für mich erstmal eine frohe Botschaft und ich sehe darin eine große Chance zur Weiterentwicklung unseres Zusammenlebens. Es gibt dabei allerdings eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass es zu Gewaltexzessen kommt und die Leute sich gewaltbereiten Menschen und den entsprechenden Konzepten anschließen. Inwieweit wir die Chance nutzen können wird davon abhängen, wie viele Menschen die Chance erkennen und in der Unordnung beginnen, kreativ zu gestalten, und wie viele Menschen sich als Opfer der Entwicklungen sehen und aus Angst vor Verlust und Veränderung nach allem und jedem greifen, was oder wer Sicherheit verspricht.

Links/Quellen/Inspirationen:
„Gespräche mit Gott“ von Neil Donald Walsh
„Jetzt“ von Eckhart Tolle
http://www.greencity-energy.de/news/49-green-city-energy-news/948-veranstaltungen-green-city-energy.html
http://www.hintergrund.de (von dort stammen viele meiner Informationen)
http://www.hintergrund.de/201107071639/hintergrund/medien/die-facebook-falle.html
http://www.hintergrund.de/201107121646/wirtschaft/welt/die-oekologischen-grenzen-des-kapitals.html
http://www.youtube.com/watch?v=BNbwppRWCQY (englischer Ausschnitt aus dem Film „Gandhi“, indem er den englischen Besatzern erklärt, wie er sie durch „Nicht-Kooperation“ gewaltfrei zum Verlassen Indiens bewegen will)