Mittagsbier

Es begab sich, dass ich mittags eine offene Flasche dunkles Weissbier in der Hand hielt. Da ich der Meinung bin, dass solch wertvolle bavarische Braukunst nicht verschwendet werden darf, setzte ich mich an eine Tramhaltestelle und trank. Schon das fand ich ein spannendes Experiment, weil mich auch zunehmend Menschen interessieren, die öfter mal mittags mit einem Bier in der Hand die Welt betrachten. Genauso wie ich das wahrscheinlich auch getan hätte, fühlte ich mich von Passanten oft sehr schnell in untere Schubladen geschoben.

Spannend war zunächst, dass ich mich sehr schnell im Urlaub befand. Umherhetzende Autos und Menschen hatten plötzlich keinen Einfluss mehr auf mein sonniges Gemüt. Mit fremden Menschen in Kontakt zu kommen ging deutlich einfacher und es stellte sich ein gewisses Glücksgefühl ein, dass seinen Ausdruck im Dauerlächeln fand. Auch das Folgen spontaner Handlungsimpulse (wie zB Radeln durch einen Springbrunnen um mir Abkühlung zu verschaffen) gelang. Der Ernst meiner Person und meines Lebens war verschwunden und das fühlte sich frei und leicht an.

Schließlich konnte ich in meiner veränderten Wahrnehmung noch ein Mißverständnis aufklären, das mich seit frühester Kindheit begleitet hat: Die Feuerwehr macht gar nicht „Tatü Tata“ sondern „Tatü Tatü“.

Ich verstehe den Reiz, sich dem Alkohol hinzugeben.

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